Museum von Chianti :: Das Kirchenkunstmuseum in Greve in Chianti

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Das Kirchenkunstmuseum San Francesco in Greve in Chianti







San Francesco - Museum für sakrale Kunst

Im Altertum war diese Gegend des Chianti aufgrund seiner Geomorphologie etwas von den wichtigen Kommunikationsstraßen abgetrennt, die die Elsa- und Pesa-Täler mit der Via Volterrana (Straße nach Volterra) und der Via Francigena verbanden. Trotz des eher schlechten regionalen Straßensystems war Florenz sehr leicht zu erreichen und die sich durch die nahen Hügel schlängelnden Straßen ermöglichten eine gute Anbindung an das Arno-Tal, in dem sich florierende Märkte (wie beispielsweise der Markt in Figline) befanden. Diese Tatsache trug dazu bei, dass sich im Greve-Tal, unterhalb von Montefioralle, erst ein Marktplatz entwickelte und schließlich im Zentrum einer dicht besiedelten Gegend, die sich bereits der Existenz von zahlreichen Gemeinde- und Landkirchen rühmen konnte und auch über feudale Burgen und Dörfer verfügte, die Stadt Greve selbst entstand. Mit der Wandlung des Gebiets wurden aus diesen Burgen im Laufe der Zeit herrliche Villas und Villa-Farmen, die, im Gegensatz zu vielen anderen Gegenden, hier nur sehr selten verlassen wurden. Diese Situation im Zusammenspiel mit einem weiteren bedeutenden Faktor – der Nachbarschaft zu den großartigen und sehr aktiven Klosterzentren, wie beispielsweise dem Mönchsorden der Vallombrosaner in den Abteien von Passignano, Montescalari und Coltibuono sowie den Kamaldulenser-Mönchen in Montemuro – begünstigte die künstlerische und kulturelle Entwicklung der Gegend ganz nachhaltig.

Das Kloster San Francesco wurde in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts für die Mönche der Bruderschaft von Santa Croce in San Casciano errichtet und steht auf einem Felsvorsprung kurz hinter der Stelle, an der die alte Straße, die nach Montefioralle hinaufführt, beginnt. Tatsächlich siedelte sich niemals eine Ordensgemeinde permanent dort an und so fungierte es mehr als Herberge und wurde von zwischen Florenz nach Sienna hin- und herreisenden Franziskanermönchen als Übernachtungsmöglichkeit genutzt oder bot den Klosterbrüdern, die in der Umgebung von Greve Almosen einsammelten, Unterschlupf. Nach der vorübergehenden Unterdrückung des Klosters durch das In-Kraft-Treten der Napoleonischen Gesetze, überließen es die Mönche im Jahr 1866 endgültig seinem Schicksal und die Herberge von San Francesco wurde zuerst zu einem Gefängnis umfunktioniert (bis 1927) und anschließend als Privathaus genutzt.

Der Museumsbesuch beginnt im großen Oratorium, das die wertvollsten Kunstwerke birgt. Die große vielfarbige Terrakotta der Piet? mit den drei Marien und Heiligen stellt eines der bedeutendsten Werke dar und dominiert das Oratorium. Es steht auf seinem ursprünglichen Platz über dem Hauptaltar, in einer bogenförmigen Nische, die mit Girlanden aus Früchten und Blumen dekoriert ist und über der sich ein Engel im typischen Stil der Della Robbia-Werkstatt befindet. Der Altar darunter ist mit einer Altarfront aus Stroh aus dem 18. Jahrhundert dekoriert. In diesem einfachen Material wiederholen sich die dekorativen Motive aus Hartgestein-Intarsien, die im 17. Jahrhundert für die Altäre verwendet wurden. Die weitere Möblierung entspricht der üblichen Ausstattung: eine elegante Kanzel in geschnitztem und vergoldetem Holz und drei Kirchentische aus dem 18. Jahrhundert für die Texte mit den Messe-Lesungen.

Alle Gemälde in diesem Raum stammen aus Kirchen, in denen sie ursprünglich oberhalb des jeweiligen Altars angebracht waren. Die Wand auf der rechten Seite des Altars ziert eine Umsetzung der Mariä Verkündigung aus dem 14. Jahrhundert, die ein anonymer Florentiner Maler für die Kirche in Santa Croce in Greve angefertigt hatte. Das Bild gehört zu den wenigen Überbleibseln aus der alten Kirche, die im 19. Jahrhundert durch das heutige neuklassische Gebäude ersetzt wurde.

Die übrigen Gemälde sind unterhalb des Presbyteriums ausgestellt. Rechts neben dem Eingang hängt ein von der Madonna, der Heiligen Maria Magdalena und der Heiligen Catherine nach Soriano gebrachtes Gemälde aus dem 17. Jahrhundert, das das Bildnis des Heiligen Dominik zeigt und dem Künstler Giovan Battista Giustammiani, der unter dem Namen Francesino bekannt ist, zugeordnet wird. Das Thema des Gemäldes basiert auf der Geschichte von der Jungfrau und den zwei Heiligen, die im Jahr 1530 einem Dominikanischen Mönch in Soriano (einer Kleinstadt in Kalabrien) erschienen, um ihm zu zeigen, wie er das Bildnis des Heiligen Dominik, hier mit einer Lilie und einem Buch in den Händen dargestellt, malen sollte. Die starke Hervorhebung der körperlichen Merkmale des neben dem heiligen Bilds knienden Mönchs lässt die Vermutung aufkommen, dass es sich um ein Porträt gehandelt haben muss. Daneben befindet sich ein Gemälde auf Holz aus den ersten Dekaden des 16. Jahrhunderts, das die zwischen St.Anthony Abbot und Lucy thronende Madonna mit dem heiligen Kind zeigt und aus der Feder eines anonymen Florentiner Malers stammt.

Das gegenüberliegende Gemälde auf Holz entstand einige Jahre vorher. Tatsächlich nimmt man an, dass es sich bei dieser Darstellung der zwischen Bartholomäus und Francis sitzenden Madonna mit dem heiligen Kind um ein frühes Werk von Francesco Granacci handelt, das in einer der letzten Dekaden des 15. Jahrhunderts entstanden ist.

Die einzige Skulptur des Raumes ist ein Basrelief des Heiligen Franziskus in Marmor, das aus der Kirche San Piero in Sillano stammt. Dieses Werk war zwar in einem unmodern gewordenen Stil angefertigt worden, zeigte aber in der Bewegung der Haube und dem sanft gemeißelten Marmor durchaus Spuren der neuen Trends des 15. Jahrhunderts.

Die alte Sakristei enthält einen Bereich, der den Paramenten gewidmet ist und zahlreiche Beispiele religiöser Gewänder sowie zwei sehr wertvolle, künstlerisch außerordentlich interessante Kirchengegenstände zeigt: ein für die Kirche von Santo Stefano in Montefioralle angefertigtes Reliquienkreuz aus Bergkristall aus dem 14. Jahrhundert, das Holzrelikte des Heiligen Kreuzes und Reliquien zahlreicher Heiliger enthält, sowie ein kleines Glasmalereifenster mit dem Segnenden Papst Silvester, das sich ursprünglich in einem kleinen Fenster der nach diesem Heiligen benannten Kirche in Convertoie befand.

Der Rest der Ausstellung befasst sich mit liturgischen Wandbehängen. Das interessante neben dem Glasmalereifenster von Convertoie ausgestellte Messgewand in grünem Damast trägt das Wappenschild der Familie Bardi Strozzi, den Patronen der Kirche der Santa Maria in Sezzate. Carlo Bardi hatte es Anfang des 17. Jahrhunderst für die Kirche anfertigen lassen.

Auf der Wand gegenüber des Eingangs kann man einen weißen Schulterschleier aus Seide bewundern, der von Gold und mehrfarbigen Seidenfäden eingefasst ist und in dessen Mitte das Eucharistische Monogramm von St. Bernardine „IHS“ eingearbeitet ist. Dabei handelt es sich um ein besonders schön angefertigtes Objekt, dessen naturalistischer Dekorationsstil darauf hindeutet, dass es ungefähr in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts entstanden ist.

In einem Glaskasten in der Ecke sind weitere religiöse Gewänder ausgestellt. Darunter befindet sich auch das älteste Stück der Kollektion: ein Messgewand aus Brokat, das Ende des 16. / Anfang des 17. Jahrhunderts entstanden ist, verziert mit einer in Ogivienform abgesteppten Distel und damit ein klassisches Motiv aus der Zeit der Renaissance.

Links davon wird ein Messgewand in Brokat-Jacquardstoff auf weißem Untergrund, verziert mit einer opulenten floralen Musterung, aus dem 18. Jahrhundert ausgestellt, das im unteren Bereich das Wappen der Familie Anichini trägt. Die folgenden Gewänder stammen ebenfalls aus dem 18. Jahrhundert: ein Umhang aus weißer Seide, verziert mit einer Vielzahl an teilweise erfundenen, von orientalischen Designs inspirierten Naturmotiven und ein sehr dekoratives rosafarbenes Messgewand mit Damastrücken, das mit silbernem Brokat verziert ist und dessen Dekor aus schlingenden Pflanzentrieben mit Knospen und Blütenkronen besteht.

Das einzige Gemälde im Raum ist das Porträt der Mariä Himmelfahrt, das in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstand. Es ist eingefasst in einen reich verzierten vergoldeten Rahmen, der im unteren Teil das Wappen des Grafen Basetti von Bagnano trägt, der das Kunstwerk vermutlich in Auftrag gegeben hatte.

Die Gemäldeausstellung befindet sich in einem Raum im ersten Stock. Sie beherbergt nur einen Ausschnitt der zahlreichen auf Holz und Leinwand gefertigten Gemälde, die im Laufe der Jahrhunderte für die Kirchen in der Gegend von Greve in Chianti erstellt wurden. Der Großteil dieser Werke wurde an Ort und Stelle belassen.

Das erste Bild hängt im Korridor vor diesem Raum. Es zeigt das vermutlich von Giuseppe Moriani gemalte Motiv der „Heilung eines Blindgeborenen” und stammt aus der zweiten Dekade des 18. Jahrhunderts.

Im Raum befinden sich darüber hinaus zahlreiche Leinwände, die die Malerei des 17. Jahrhunderts repräsentieren. Die zwei folgenden um 1640 herum entstandenen Werke hängen an der Eingangswand: Mariä Himmelfahrt, ein Bild, von dem man zuerst annahm, es wäre von Jacopo Vignali und später feststellte, dass es eher dem Stil seines Studenten Giovanni Montini entspricht, von dem im übrigen auch im Museum of Religious Art of Tavarnelle Val di Pesa zwei Oktagone zu bewundern sind, und ein Bild der Mariä Himmelfahrt, mit Maria zwischen Sts. Lucy und Anthony von Padua sitzend, das aus der Feder von Francesco Curradi stammt.

Die zwei Gemälde vom Heiligen Petrus aus einer dem früheren Rosa Libri-Krankenhaus hinterlassenen Stiftung, stammen beide aus dem 17. Jahrhundert. Eines, das vermutlich aus der Feder eines unbekannten emilianischen Malers stammt, zeigt die Szene der Befreiung des Heiligen Petrus aus dem Gefängnis durch einen Engel. Auf dem anderen Bild, von dem man annimmt, dass es von einem neapolitanischen Maler stammt, ist der Heilige in einer Dreiviertelansicht verewigt, mit auf einem Buch gefalteten Händen und dem Symbol des Schlüssels daneben. Die Komposition erinnert stark an viele von Jusepe Ribera angefertigte Gemälde von Heiligen und Propheten und man geht davon aus, dass es sich um eine Kopie dieser Bilder handelt.

Zwischen den Gemälden des Heiligen Petrus hängt ein im späten manieristischen Stil gehaltenes Gemälde der Madonna von Rosario, das von Francesco Boldrini signiert ist und aus dem Jahre 1615 stammt. Gegenüber davon kann man ein großes Bild der Erscheinung Christi vor einem Heiligen (man nimmt an, dass es sich dabei um den Heiligen Alexis handelt) bewundern, das sehr an den Stil des Florentiner Malers Sigismondo Coccapani erinnert.

Das im 19. Jahrhundert entstandene Gemälde der St.Rose, das man der Feder von Michele Gordigiani zuordnet, ist sowohl ein dokumentarisches als auch künstlerisches Zeugnis und ein Tribut an die Edelfrau Rosa Libri Del Rosso, deren Großzügigkeit der Bau des Krankenhauses der Stadt Greve zu verdanken ist.

Der Raum, in dem sich die Kirchengegenstände befinden, beherbergt zahlreiche religiöse Objekte, die während der liturgischen Gottesdienste verwendet worden waren. Sie stammen aus verschiedenen Perioden und weisen unterschiedliche Materialien und Herkunftsorte auf.

Rechts neben dem Eingang steht, isoliert in einer Wandnische, ein Vortragskreuz aus bemaltem Holz, das aus der Kirche San Silvestro in Convertoie stammt. Bei dem Kreuz handelt es sich um ein interessantes, wenn auch ziemlich verbreitetes, Exemplar, dessen Entstehung auf die Zeit zwischen dem späten 16. und der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts zurückdatiert werden kann.

In der Mitte des Kreuzes ist ein weiteres älteres Holzkreuz befestigt. Die vielfach gelappten Kacheln stellen in der Reihenfolge von oben nach rechts folgendes dar: das christologische Symbol des Pelikans, der sich die Brust aufreißt, um mit seinem Blut die Jungen zu nähren, Johannes den Täufer, St. Anne mit der Madonna und dem Kind und Maria Magdalena. Neben dem Kreuz ist eine Bronzeglocke aus der Kirche Santa Maria in Vicchiomaggio ausgestellt, die zu den ältesten jemals gefundenen Glocken der Region gehört. Sie trägt eine Inschrift für die Heilige Jungfrau in gotischer Schrift und im oberen Bereich die Jahreszahl 1312. Die Lilie am Ring des Griffes zeigt an, dass die Glocke in einer Florentiner Gießerei gegossen wurde.

Sämtliche anderen Gegenstände befinden sich in dem Schaukasten an der Wand, der eine große Auswahl an Objekten aus verschiedenen Perioden und als besonderes Schmuckstück eine kleine Paxtafel aus Elfenbein enthält. Die aus dem späten 14. Jahrhundert stammende Tafel zeigt die Jungfrau Maria und Johannes den Täufer zu beiden Seiten des, inzwischen verloren gegangenen, Kreuzes stehend. Das Kreuz wurde in der Florentiner Werkstatt von Embriachi, die auf die Produktion von religiösen und weltlichen Gegenständen aus Knochen und Elfenbein spezialisiert war, geschnitzt.

Ein weiteres interessantes Stück ist das aus dem 18. Jahrhundert stammende mit Perlmutt überzogene und einer Elfenbeineinlage versehene dunkle Holzkreuz, das früher dem Franziskanerorden gehörte und in seinem pyramidenförmigen Sockel auch dessen Symbol trägt. Diese Kreuzform erfreute sich besonders im Heiligen Land, und dort speziell in Jerusalem, wo die Franziskanermönche stets als die Wächter der Heiligen Grabstätte fungierten, außerordentlicher Beliebtheit.
Unter den metallenen Gegenständen befindet sich auch ein interessantes Weihrauchfass aus dem 15. Jahrhundert, dessen pyramidenförmige Kohlenpfanne auf den damals in der Toskana, wo man einfache geometrische Formen bevorzugte, sehr verbreiteten Typ hinweist. Weitere ähnliche Beispiele dieses Typs findet man auch in dem Museum für religiöse Kunst in Tavarnelle Val di Pesa und San Casciano Val di Pesa.

Das Weihrauchfass und die mit der Messingprägung „1611“ versehene Räucherschale formen eine „Parure“, oder ein Set, das mit für das Ornament-Repertoire der manieristischen Schule typischen Elementen dekoriert ist - mit stilistischen Designs von Blättern und Früchten, Engelköpfen, Delphinen und kleinen Pfeilern. Aufgrund ihrer charakteristischen Eigenschaften war es möglich, sie als die zwei Objekte zu identifizieren, die in Dokumenten der Abtei von San Cassiano in Montescalari Erwähnung fanden. Aus diesem Grund geht man davon aus, dass Sie für den Abt Marco Lavacchi von Pelago angefertigt wurden.

Die ausgestellten Abendmahlskelche, die alle aus unterschiedlichen Perioden stammen, sind von außergewöhnlicher Eleganz und bestechen durch ihre technische Präzision. Einer der Kelche ist ein veredeltes Beispiel für Florentinische Fertigungskünste (1618), deren dekoratives Repertoire zwar noch die späte Renaissance widerspiegelt (mit bohnenförmigen Elementen und der Reihe an übereinander liegenden Tondos) in der Formgebung jedoch typisch für das 17. Jahrhundert ist (wie beispielsweise der vasenartige Übergang). Bei dem anderen handelt es sich um einen silbergeprägten Abendmahlskelch, der aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts stammt. Dieser Kelch hat eine vollständig dekorierte Oberfläche, auf der sich klassische Motive, wie Palmblätter und lanzettliche Blätter, wiederholen.

Bei den beiden aus dem 18. Jahrhundert stammenden Kreuzen aus San Silvestro in Convertoie und San Michele in Dudda wird deutlich, dass sich die formellen Eigenschaften des 15. Jahrhunderts im Laufe der Jahre kaum verändert haben – einzig die Form- und stilistischen Aspekten der Figuren hatten sich gewandelt.

Bei den meisten der zahlreichen holzgeschnitzten Reliquienschreinen wiederholen sich die Motive aus dem 18. Jahrhundert, wohingegen zwei Exemplare dekorative Elemente aufweisen, die den Einfluss der manieristischen Architektur von Florenz deutlich machen. Dazu gehört ein tempelförmiges Exemplar aus Montescalari, das die sterblichen Überreste des Märtyrers Cassianus enthält, der in der Abtei als Heiliger verehrt wird. Der Form und des Typs der Dekoration nach zu urteilen stammt dieser Schrein ebenfalls aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts und wurde vermutlich damals im Zuge der Restaurierung des Klosters von Abt Lavacchi in Auftrag gegeben. Ein weiterer interessanter Reliquienschrein ist die Statuette der Madonna mit dem Kind in geschnitztem und bemaltem Holz aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts, das ein typisches Beispiel für ein handgefertigtes religiöses Objekt darstellt, wie es in der ländlichen Gegend der Toskana damals sehr beliebt war. Dieses Exemplar wurde vermutlich einem mehr veredelten Model des späten Manierismus nachempfunden und mit Hilfe von einigen Umänderungen dem barockeren Geschmack der aktuellen Zeit angepasst.

Ein Gemälde und eine kleine Skulptur runden die Ausstellung dieses Raums schließlich ab. Die in den ersten Dekaden des 18. Jahrhunderts entstandene Leinwand zeigt ein ovales Porträt des in franziskanische Gewänder gekleideten Heiligen Bonaventura und stammt aus der Feder von Ottaviano Dandini, einem der letzten Mitglieder der berühmten Florentiner Malerfamilie, der sich in besonderem Maße für die Porträtmalerei interessierte.

Die Stuck-Büste (wie sie ursprünglich gemalt war) der Madonna mit dem Kind wird dem Florentiner Bildhauer Nanni di Bartolo zugeordnet. Bartolo war ein Künstler, der bei den unterschiedlichsten Auslegungen des alten Themas der intimen Umarmung zwischen Mutter und Sohn den Trends der frühen künstlerischen Renaissance große Beachtung schenkte. Trotzdem hatte er eine ihm eigene elegante und rhythmische Wiedergabeform des Faltenwurfs und Materials und konnte seinen gotischen Ursprung somit nicht verleugnen.

Im Korridor des ersten Stocks befinden sich zwei Schaukästen, die den archäologischen Bestand des Museums bergen und Beispiele zahlreicher in der Gegend von Greve in Chianti gemachter Entdeckungen enthalten. Dazu gehören auch mehrere Objekte aus dem Altertum und dem Hellenistischen Zeitalter, wie z.B. ein kleiner und primitiver Rinderkopf aus Bronze, und zahlreiche andere Ausstellungsstücke aus der Zeit der Römer: Bronzemünzen, Scherben von Amphoren und Ölkrügen, Dachziegel, Web- oder Angelgewichte. Die mittelalterliche Archäologie wird hier durch eine Reihe an Artefakten aus Ton repräsentiert, die in Castellaccio of Lucolena ausgegraben wurden und aus der Periode zwischen dem 11. und dem 12. Jahrhundert stammen.

Guide Book:
Museo d'arte sacra di San Francesco a Greve in Chianti : guida alla visita del museo e alla scoperta del territorio
Caterina Caneva
ISBN: 8883049535
Firenze: Polistampa, 2005.
21cm., pbk., 237pp. illus., most in colour Italian-English text. (Series: Piccoli, Grandi Musei)

Öffnungszeiten:
Winter Do-Fri 10:00 – 13:00 / Sa-So 15:30 – 18:30
Sommer Do-Fri 10:00 – 13:00 / Sa-So 16:00 – 20:00

German text Copyright © Jack A Benson 2006 All rights reserved

























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Anna Maria Baldini